Hygiene

Das Wort Hygiene stammt aus dem Griechischen (υγιεινή) und geht auf Hygieia, die Göttin der Reinheit und Gesundheit zurück. Hygiene im engeren Sinne bezeichnet die Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten, insbesondere Reinigung, Desinfektion und Sterilisation.

Informationen, Veranstaltungen und Leitlinien zum Thema Krankenhaushygiene finden Sie auf den Webseiten der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. (DGKH) unter folgendem (externen) link: http://www.krankenhaushygiene.de/

Hygiene und Wasseruntersuchungen

Überprüfung von Desinfektions- und Sterilisationsgeräten mit Bioindikatoren

Ia. Dampfsterilisation

(BI-ST-1001 für Dampfsterilisation bei 105°C; BI-ST für 101°C/134°C)

Testkeim: Geobacillus stearothermophilus 105 ATCC 7953

Kleinsterilisator (< 1StE) 1-5 Bioindikatoren,  Großsterilisator (>1 StE) 5 Bioindikatoren, Frequenz: ½ jährlich, bzw. nach 400 Chargen, bzw. vor Inbetriebnahme oder nach umfangreichen Reparaturen

DIN 58946

Durchführung:

  • Eine Transportkontrolle zur Seite legen!
  • die übrigen Bioindikatoren gleichmäßig in normal beladene Sterilisierschale geben
  • Programm starten
  • Begleitschein ausfüllen
  • Beschriftete Proben gemeinsam mit Begleitschein ins Labor zurücksenden

Beurteilung:

Die Testung ist dann erfolgreich, wenn die Transportkontrolle Wachstum zeigt, die sterilisierten Bioindikatoren jedoch nicht.

Ib. Heißluftsterilisation

(BI-HL-2001)

Testkeim Bacillus subtilis 106

3-12 Bioindikatoren, je nach Größe des Sterilisators, Frequenz:  ½ jährlich, bzw. nach 400 Chargen, bzw. vor Inbetriebnahme oder nach umfangreichen Reparaturen

ISO 11138-4

Durchführung:

  • Eine Transportkontrolle zur Seite legen!
  • die übrigen Bioindikatoren gleichmäßig in normal beladene Sterilisierschale geben
  • Programm starten
  • Begleitschein ausfüllen
  • Beschriftete Proben gemeinsam mit Begleitschein ins Labor zurücksenden

Beurteilung:

Die Testung ist dann erfolgreich, wenn die Transportkontrolle Wachstum zeigt, die sterilisierten Bioindikatoren jedoch nicht

Ic. Plasmasterilisation 

(BI-OX-22001-6)

Testkeim: Geobacillus stearothermophilus ATCC 7953 106

EN ISO 14937

Frequenz: ½ jährlich, bzw. nach 400 Chargen, bzw. vor Inbetriebnahme oder nach umfangreichen Reparaturen

Durchführung:

  • Eine Transportkontrolle zur Seite legen!
  • die übrigen Bioindikatoren gleichmäßig in normal beladene Sterilisierschale geben
  • Sterilisiervorrat (H2O2- Sterilisierkassette) überprüfen, Programm starten
  • Begleitschein ausfüllen
  • Beschriftete Proben gemeinsam mit Begleitschein ins Labor zurücksenden

Beurteilung:

Die Testung ist dann erfolgreich, wenn die Transportkontrolle Wachstum zeigt, die sterilisierten Bioindikatoren jedoch nicht

Überprüfung von Reinigungs-und Desinfektionsgeräten (RDG)

IIa. Überprüfung von Reinigungs-und Desinfektionsgeräten (RDG) 90°C 

Instrumente, Anästhesiematerial, OP-Material

(BI-TD-12001)

Testkeim: Enterococcus faecium  ATCC 6057 107

DIN 15883-2

Durchführung:

  • jeweils einen unbenützten Prüfkörper als Transportkontrolle zur Seite  legen
  • Prüfkörper an ungünstigen Stellen im Besteckkorb positionieren (Spezialhalterung)
  • Programm starten
  • Begleitschein ausfüllen, Positionierung der Prüfkörper skizzieren
  • nach Programmschluss mit steriler Pinzette in PE-Transportbeutel geben
  • Prüfkörper gemeinsam mit Transportkontrolle und Begleitschein ins Labor senden
  • nach Testung Spülvorgang wiederholen, um Verteilung des Prüfkeims im Spülgut zu vermeiden

Beurteilung:

Keimreduktion um log 5, 1 von 20, bzw. keiner von 10 darf Beanstandungen aufweisen

IIb. Überprüfung von Reinigungs-Desinfektionsgeräten (RDG) <60°C

(BI-CTD-13001) 

Testkeim: Enterococcus faecium 105

DIN 15883-2

Durchführung:

s.o

Beurteilung:

s.o.

Untersuchung von Steckbeckenspülen

BI-FS-18001

Testkeim: Enterococcus faecium ATCC 6057 105

EN ISO 15883-3

Durchführung:

  • Jeweils 1 Prüfkörper als Transportkontrolle zur Seite legen!
  • Prüfkörper mit Hilfe von Kabelbinder an sauberem Steckbecken  befestigen (2 am Boden, 1 auf dem Rand)
  • Programm einschalten
  • Nach Programmschluss Prüfkörper makroskopisch auf Restverschmutzungen überprüfen, anschließend in einen PE-Beutel überführen.
  • Prüfbericht sorgfältig ausfüllen
  • Prüfkörper gemeinsam mit der Transportkontrolle ins Labor einsenden

Beurteilung:

Es muss bei allen Prüfkörpern eine Keimreduktion von log 5 erfolgen

Geschirrspülanlage

BI-GSA-17001

Testkeim: Enterococcus faecium 105

Durchführung:

  • Jeweils 1 Prüfkörper als Transportkontrolle zur Seite legen!
  • Prüfkörper gleichmäßig im Besteckkorb verteilen
  • Maschine normal beladen
  • Programm einschalten
  • Nach Programmschluss Prüfkörper makroskopisch auf Restverschmutzungen überprüfen, anschließend steril in PE-Beutel überführen.
  • Prüfbericht sorgfältig ausfüllen (dabei Position der Prüfkörper skizzieren)
  • Prüfkörper gemeinsam mit der Transportkontrolle ins Labor einsenden

Beurteilung: 

Keimreduktion bei allen Prüfkörpern mindestens log 4, pro Programm darf ein Prüfkörper von 8 weniger als log 5 aufweisen

Waschmaschinen

Va. Textilwaschmaschine

BI-TEX-15001

Testkeim: Enterococcus faecium 107

Durchführung:

  • Jeweils 1 Prüfkörper als Transportkontrolle zur Seite legen (nicht mitwaschen!)
  • Prüfkörper gleichmäßig in Waschmaschine verteilen
  • Maschine normal beladen
  • Programm einschalten
  • Nach Programmschluss Prüfkörper in PE-Beutel überführen
  • Prüfbericht ausfüllen

Beurteilung: 

Es muss eine Keimreduktion um log 5 stattgefunden haben, pro Programm darf 1 von 5 (bei kleinen Maschinen), bzw. 1 von 10 (große Maschinen) zu beanstanden sein.

Vb. Endoskopwaschmaschine 

BI-EN-14001

Testkeim: Enterococcus faecium  10 9 ATCC 6057

Durchführung:

  • jeweils 1 Prüfkörper als Transportkontrolle zur Seite legen (nicht mitwaschen!)
  • Prüfkörper gleichmäßig in Waschmaschine verteilen
  • Maschine normal beladen
  • Programm einschalten
  • nach Programmschluss Prüfkörper in PE-Beutel überführen
  • Prüfbericht ausfüllen

Beurteilung: 

Es muss eine Keimreduktion um log 5 stattgefunden haben, pro Programm darf  1 von 5 (bei kleinen Maschinen), bzw. 1 von 10 (große Maschinen) zu beanstanden sein.

Überprüfung aufbereiteter Endoskope

Frequenz:

  • ¼ jährlich entsprechend der RKI-Empfehlung
  • ½ jährlich entsprechend der Qualitätssicherung zur Koloskopie der kassenärztlichen Vereinigung

pro Endoskop erforderliches Material anfordern:

  • 1 dünner Tupfer
  • 1-2 dicke Tupfer
  • 4 Flaschen mit 20 ml NaCl-Lösung mit doppelter Enthemmerkonzentration
  • Begleitschein

außerdem benötigen Sie: sterile isotonische NaCl-Lösung, sterile 20 ml Spritzen

Durchführung:

  • Zu prüfendes Endoskop auswählen und möglichst aufhängen
  • Protokoll ausfüllen und Proben nummerieren
  • Tupfer auspacken
  • Hände desinfizieren, evtl. Einmalhandschuhe anziehen
  • mit dünnem Abstrichtupfer das distale Ende des Endoskops und des Biopsiekanals abstreichen
  • mit den dicken Abstrichtupfern die Kanaleingänge unter den Ventilen anstreichen (bei Duodenoskopen zusätzlich Abstrich von der Albaranhebelnische)
  • Ventile einsetzen
  • mit einer sterilen Einmalspritze 20 ml sterile NaCl Lösung aufziehen und den entsprechenden Kanal (meist Instrumentierkanal) spülen. Flüssigkeit in 1. Flasche auffangen.
  • Gerät an die Lichtquelle und den Kompressor anschließen. 2. Flasche aufschrauben und unter das distale Ende halten, durch Betätigen des 2. Ventils 20 ml der Optikspülflüssigkeit in die Flasche laufen lassen.
  • Optikspülflüssigkeit mit einer sterilen Spritze entnehmen und 20 ml in die 3. Flasche überführen
  • als Transportkontrolle 20 ml der sterilen NaCl Lösung direkt in die 4. Flasche spritzen (Transportkontrolle)

Transport ins Labor sollte so schnell wie möglich, ev. gekühlt erfolgen, um eine Vermehrung der Bakterien zu vermeiden.

Umgebungsuntersuchungen (Abklatsche)

Abklatschuntersuchungen mit Rodac-Platten

Abklatschplatten ca. 1 Woche vor Probennahme im Labor bestellen!

Durchführung:

  • Platten beschriften und Begleitschein ausfüllen
  •  ebene Oberflächen wählen (sonst besser Abstrichuntersuchung wählen)
  • Platte öffnen und mit leichtem Druck ca. 10s aufdrücken ohne zu verschieben
  • Proben am selben Tag mit Begleitschein zurücksenden

Beurteilung:

Es existieren keine Grenzwerte. Die Beurteilung ist daher abhängig von der Fragestellung. Es wird die Zahl der Kolonie-bildenden Einheiten  pro Fläche (KBE/16 cm2) angegeben. Es ist davon auszugehen, dass desinfizierte Flächen und saubere Wäsche Werte von < 5 KBE/ 16 cm2 aufweisen sollen.

Abstrichuntersuchungen

Durchführung:

  • Abstrichtupfer  beschriften und Begleitschein ausfüllen
  • Abstrichtupfer mit steriler NaCl Lösung befeuchten und die gewünschte Stelle (ca. 4x4 cm) mit leichtem Druck abstreichen
  • Proben am selben Tag mit Begleitschein zurücksenden

Beurteilung:

Es existieren keine Grenzwerte. Die Beurteilung ist daher abhängig von der Fragestellung und erfolgt semiquantitativ (s. Befundbericht).

Untersuchung von Wasserproben gemäß TrinkwV 2001 i.d.F. vom 03.05.2011

Ad 1. (Krankenhäuser)

Allgemeines

Frequenz:

Anlagen der Hausinstallation (Koloniezahl, E. coli, Enterokokken, Pseudomonas aeruginosa, Legionellen) = 2x/ Jahr

Trinkwasserbehandlungsanlagen mit Fällungs-, Filtrations-, oder Austauscherprinzip (Koloniezahl, P. aeruginosa) = 2x/ Jahr

Dialysegeräte (Koloniezahl, P. aeruginosa) = 2x/ Jahr

Thermometer:

müssen alle 2 Jahre bzw. vor der ersten Probennahme durch unser Labor überprüft werden.

Probennehmer: 

müssen entsprechend geschult sein und in unser QM-System eingebunden werden. Bitte melden Sie sich zuerst zu einer Probennehmerschulung an, Probennehmerschulungen werden z.B. von der deutschen Wasserakademie angeboten. Im Anschluss benötigen Sie einen Termin in unserem Labor (internes Audit), um Sie in unser QM-System zu integrieren und einen Vertrag mit unserem Labor abzuschließen.

Probennahmegefäße: 

am Vortag in unserer Hygieneabteilung (Tel. 07531/ 8173-27) bestellen.

Probennahmebox:

weiterhin werden benötigt

  • wasserfester Filzstift
  • Entnahmeprotokolle
  • Kugelschreiber
  • geeichtes Thermometer (s. oben)
  • Uhr/ Wecker
  • Bunsenbrenner/ Feuerzeug
  • Wasserzangenpumpe

Untersuchung von Trinkwasser gemäß TrinkwV2001 i.d.F. vom 3.5.2011

Zweck b (Überprüfung der Wasserqualität an der Entnahmearmatur)

Probennahme gemäß EN ISO 19458:2006

Durchführung:

  • Hahn muss durch Hitze desinfizierbar und eindeutig für Folgeuntersuchungen identifizierbar sein.
  • Eventuell vorhandene Dichtringe, Perlatoren, Schläuche entfernen.
  • Entnahmehahn mehrfach voll öffnen und schließen, um Ablagerungen zu entfernen.
  • Hahn durch Abflammen desinfizieren oder mit 70% Alkohol desinfizieren, Alkohol verdunsten lassen.
  • 1 Liter Wasser vorlaufen lassen.
  • Probe in steriles Probennahmegefäß laufen lassen, dabei bei der Probennahme Deckel der Flasche kontaminationsfrei in der Hand halten.
  • Direkt im Anschluss an Probennahme Wassertemperatur messen, hierzu Messbecher füllen und Temperatur messen. Anschließend maximal erreichbare Temperatur einstellen, Messbecher erneut füllen und Maximaltemperatur messen.
  • Flasche sowie Probennahmeprotokoll eindeutig beschriften!

Transport ins Labor zügig und lichtgeschützt, bei Transportzeiten >3 Stunden Kühlung (mittels Kühlakkus) auf 5 +/- 3°C, maximal 24 Stunden zwischen Probennahme und Verarbeitung im  Labor.

Beurteilung (Anforderungen an das Trinkwasser):

  • Gesamtkeimzahl 22°C  <100 KBE/ ml
  • Gesamtkeimzahl bei 36°C  < 100 KBE/ ml
  • Coliforme B./ E. coli  0 KBE/ 100 ml
  • Enterokokken  0 KBE/ 100ml
  • P. aeruginosa  0 KBE/ 100ml  (im medizinischen Bereich)

Untersuchung von Trinkwasser auf Legionellen

Probennahme gemäß EN ISO 19458:2006

In der Regel wird Warmwasser untersucht!

Probennahme bei einer orientierenden Untersuchung

  • vor Trinkwassererwärmer
  • nach Trinkwassererwärmer
  • an jedem Steigstrang

Durchführung:

  • Perlatoren und Duschköpfe entfernen
  • Spülung der Entnahmearmatur durch mehrfaches Öffnen der Entnahmearmatur
  • Hahn abflammen oder entsprechend desinfizieren
  • Genau 1 Liter Wasser ablaufen  lassen, dann Probe direkt aus der Armatur ohne Hilfsmittel entnehmen und Deckel wieder schließen
  • Flasche beschriften
  • Temperatur direkt nach Probennahme messen (im Messbecher) und maximal erreichbare Temperatur messen (wieder im Messbecher).
  • Probenahmeprotokoll ausfüllen

Transport ins Labor zügig und lichtgeschützt bei 6-18°C, wenn maximal 24h zwischen Probennahme und Verarbeitung im  Labor liegen, ansonsten Transport gekühlt bei 2-8°C und Verarbeitung innerhalb 48h.

Beurteilung:

  • >10000 KBE/ 100 ml:

extrem hohe Kontamination, Sanierung unverzüglich, Duschverbot, Nutzungseinschränkung

  • > 1000 KBE/ 100ml:

hohe Kontamination, Sanierung sofort erforderlich

  • > 100 KBE/ 100 ml:

mittlere Kontamination, keine Maßnahmen erforderlich, Nachuntersuchung nach 4 Wochen, Nutzungseinschränkung jedoch für Immunsupprimierte und Neonatologie

  • ≤ 100 KBE/ 100 ml:

keine bis geringe Kontamination, keine Maßnahmen oder Nachuntersuchung erforderlich, nächste Untersuchung nach 1 Jahr

Untersuchung von Beckenwasser

gemäß DIN 19643

Probennahme gemäß EN ISO 19458:2006

Probennahmeflaschen (MIT Thiosulfatlösung) 24h vor Probennahme im Labor anfordern!

 Durchführung:

  • Flasche von außen desinfizieren, Hände und Unterarme desinfizieren
  • Wasser ca. 50 cm vom Beckenrand  in 20cm Tiefe mit Flasche schöpfen, anschließend Flaschendeckel wieder schließen oder desinfizierte Schöpfkelle benutzen.
  • Flasche beschriften
  • Probennahmeprotokoll ausfüllen
  • Transport ins Labor zügig und lichtgeschützt, bei  5 +/- 3°C  maximal 24h zwischen Probennahme und Verarbeitung im  Labor

 Beurteilung:

  • Gesamtkeimzahl 22°C   <100 KBE/ ml
  • Gesamtkeimzahl bei 36°C  < 100 KBE/ ml
  • coliforme B./ E. coli  0 KBE/ 100 ml
  • Enterokokken 0 KBE/ 100ml
  •  P. aeruginosa 0 KBE/ 100ml  (im medizinischen Bereich)
  • Legionellen ≤ 100 KBE/ 100 ml

Untersuchung von Wasserproben in Dialyseeinrichtungen

Durchführung:

Permeat:

  • Entnahmestelle an der Umkehrosmoseanlage mit Alkohol desinfizieren und trocknen lassen
  • 2-3l Permeat ablaufen lassen
  • 500 ml/ 1l in steriler Flasche auffangen

Dialysierflüssigkeit:

  • Probenahme entsprechend Herstellerangaben
  • unmittelbar vor dem Kapillardialysator entnehmen
  • vorgesehene Stelle vorab sorgfältig desinfizieren
  • Entnahmestelle mit Monovette punktieren
  • in steriler Glasflasche auffangen
  • Probenflaschen beschriften und Protokoll ausfüllen

Endotoxinnachweis explizit anfordern – Fremdversand!

Beurteilung:

  • Gesamtkeimzahl bei 22 und 36°C < 100 KBE/ ml
  • coliforme B./ E. coli 0 KBE/ 100 ml
  • P. aeruginosa 0 KBE/ 100ml

Ad 2. (Dentaleinheiten)

Überprüfung von Trinkwasser aus Dentaleinheiten 

Frequenz jährlich (bei unauffälligen Befunden)

Probennahmeflaschen und Entnahmeprotokoll am Vortag im Labor bestellen (Tel. Hygiene 8173-27)

Probennahmestelle frei wählbar, vorzugsweise am Sprayvit

Durchführung:

  • Wasserauslass mit Isopropanol äußerlich desinfizieren
  • Wasser 2min laufen lassen
  • Probengefäß 7/8 steril befüllen
  • Probengefäß beschriften
  • pH-Wert und Wassertemperatur am laufenden Wasser messen und ebenfalls auf Probennahmeprotokoll dokumentieren

Beurteilung;

  • Koloniezahl bei 36°C <100 Kolonien Bakt/ml
  • Legionellen  ≤ 100 KBE/100ml

Auf Wunsch können auch weitere Parameter, z.B. Pseudomonaden überprüft werden.

Ad 3. (Legionellen in Trinkwasserinstallationen) 

Überprüfung von Trinkwasser auf Legionellen in größeren Mehrfamilienhäusern

(d.h. Warmwasserspeichern mit mehr als 400l Inhalt bzw. Warmwasserleitungen mit mehr als 3l Inhalt zwischen Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle)

Probennahme gemäß EN ISO 19458:2006

In der Regel wird Warmwasser untersucht!

Probennahme bei einer orientierenden Untersuchung

  • vor Trinkwassererwärmer
  • nach Trinkwassererwärmer
  • an jedem Steigstrang.

Durchführung:

  • Perlatoren und Duschköpfe entfernen
  • Spülung der Entnahmearmatur durch mehrfaches Öffnen der Entnahmearmatur
  • Hahn abflammen oder entspr. desinfizieren
  • Genau 1 Liter Wasser ablaufen  lassen, dann Probe direkt aus der Armatur ohne Hilfsmittel entnehmen und Deckel wieder schließen
  • Flasche eindeutig beschriften
  • Temperatur direkt nach Probennahme (im Messbecher) und dann maximal erreichbare Temperatur messen (wieder im Messbecher)
  • Probennahmeprotokoll ausfüllen 

Transport ins Labor zügig und lichtgeschützt bei 6-18°C, wenn Verarbeitung  innerhalb 24 Stunden stattfindet, ansonsten Transport bei 5 +/- 3°C und Verarbeitung nach max. 48 Stunden.

Beurteilung:

  • >10000 KBE/ 100 ml:

extrem hohe Kontamination, Sanierung unverzüglich, Duschverbot, Nutzungseinschränkung

  • > 1000 KBE/ 100ml:

hohe Kontamination, Sanierung sofort erforderlich

  • > 100 KBE/ 100 ml:

mittlere Kontamination, keine Maßnahmen erforderlich, Nachuntersuchung nach 4 Wochen, Nutzungseinschränkung jedoch für Immunsupprimierte und Neonatologie

  • ≤ 100 KBE/ 100 ml:

keine bis geringe Kontamination, keine Maßnahmen oder Nachuntersuchung erforderlich, nächste Untersuchung nach 3 Jahren.