Untersuchungsmaterialien A-Z

Abstriche

Qualitätsverbesserung durch moderne Abstrichsysteme

Seit wenigen Jahren sind neue Abstrichsysteme für die so genannte liquid based microbiology (LBM) verfügbar.

Gegenüber den früher verwendeten trockenen Abstrichen haben diese eSwab® Abstriche den Vorteil, dass die beim Abstreichen aufgenommenen Erreger gleichmäßig in einer schützenden Nährlösung aufgenommen werden. Dies erlaubt im Labor – anders als bei der Verwendung trockener Tupfer – einen gleichmäßigen Auftrag des Untersuchungsmaterials auf alle verwendeten Nährböden (trockene Abstriche: Verdünnungseffekte: der erste Nährboden wird mit einer großen Menge abgestrichener Erreger versehen, die folgenden Nährböden erhalten immer weniger Erregermaterial).

Darüber hinaus erlaubt die Verwendung von eSwabs® auch die Anzucht und den Nachweis von umweltempfindlichen Erregern mit höherer Ausbeute [1].

PCR-Untersuchungen (Chlamydien, HSV, VZV, CMV, etc. [2]) und kulturelle Anzucht von Erregern (E+R) sind in der Regel aus einem eSwab® möglich. Wir empfehlen daher für mikrobiologische Abstriche ausschließlich die Verwendung der eSwabs®.

Falls Sie nur trockene Abstriche zur Verfügung haben, benötigen wir für jeweils für die PCR-Untersuchungen sowie für die Mikrobiologie jeweils einen Abstrich.

Literatur:

[1] K. G. Van Horn, et al (2008): Comparison of the Copan ESwab system with two amies agar swab transport systems for maintenance of microorganism viability. J. Clin. Microbiol. 46:1655–1658

[2] K.H. Chan et al (2008): Comparison of nasopharyngeal flocked swabs and aspirates for rapid diagnosis of respiratory viruses in children J. Virol.

 

Copan eSwab®

 

Standardabstrich für mikrobiologische Un­tersuchungen (Haut- und oberflächliche Ab­striche, Nasen-/ Ra­chenabstriche (E+R), MRSA-Ab­striche, Wundab­striche) KEIN Liquor, Gewebe, Stuhl!

Copan eSwab® Urethra

 

Urethralabstrich

Abstrichtupfer trocken, Draht

 

nasopharyngeale oder Nasen-/Rachenab­striche bei Verdacht auf Influenza, RSV oder andere respira­torische Viren sowie Pertussis. Nicht für mikrobiologische Un­tersuchungen verwenden!

 

Benutzung von eSwab® beflockten Abstrichen

  • Anleitung Rechtshänder(!): entnehmen Sie den beflockten eSwab® Abstrichtupfer aus der sterilen Umverpackung
  • öffnen Sie das Probengefäß, wobei Sie optimaler Weise das Probenröhrchen in der linken Hand halten, ggf. den Deckel mit dem kleinen Finger der rechten Hand halten
  • streichen Sie nun mit der beflockten Spitze des Tupfers den Bereich ab, von dem der Abstrich genommen werden soll
  • stecken Sie den Abstrich vollständig in das Probenröhrchen und brechen ihn an der Sollbruchstelle (der Abstrich springt nicht aus dem Röhrchen!)
  • schrauben Sie den Deckel auf den Abstrich
  • Patientenetikett bzw. Beschriftung nicht vergessen! 

 

 

 

Blutentnahme, Übersicht Monovettentypen

Serum-Monovette mit Gel

 

cave: lipophiles Gel zieht lipoide Substanzen (z.B. Amiodaron) an ►falsch niedrige Medikamentenspiegel

Serum-Monovette ohne Gel

 

z.B. für Blutgruppen

Citratblut

 

Für die Gerinnungsdiagnostik 

Füllmenge beachten, sonst falsche Ergebnisse!!

Nach Entnahme schwenken!

EDTA-Blut

 

Füllmenge beachten!! Nach Entnahme schwenken!

Auch für Punktate (z.B. Synovialanalyse) und PCR- Untersuchungen geeignet

Fluorid-Blut 

 

für Glukosebestimmung

Glukolysehemmung, auch für Fruktose im Sperma geeignet

Blutsenkungs-Monovette

 

Füllmenge beachten, sonst falsche Ergebnisse!!

Nach Entnahme schwenken!

CPDA-Monovette

 

EliSpot Borrelia; bevorzugte Monovette für den Postversand bei Untersuchungen zur T-Zell-Stimulation

Li-Heparin-Monovette

 

z.B. Spurenelementanalysen, Punktate für klinisch-chemische Untersuchungen 

Alternativ: EliSpot Borrelia wenn keine CPDA-Monovette vorrätig

Homocystein-Monovette 

 

stabilisierende Spezial-monovette

Probengefäße für kleine Mengen

 

z.B. bei Kindern, Kapillarblut

Quantiferon-Test 

 

15x schwenken, nicht schütteln!

Nicht geeignet zum Tuberkulose-Direkt-Nachweis! 

Blutkulturen

Becton-Dickinson (BD) Bactec-Blutkultur­flaschen

  • Entnahme im frühen Stadium des Fieberanstieges (Schüttelfrost).
  • Keine Materialentnahme aus venösen Zugängen wie Braunülen oder ZVK.
  • Nach gründlicher Desinfektion Flaschen mit je 8-10 ml Blut beimpfen, Füllmenge beachten.
  • Nach Möglichkeit mind. 2x2 (aerob/anaerob), besser 3x2 BD-Bactec Blutkulturflaschen im Abstand von 30 min mit Blut beimpfen. Bei Kindern: PEDS-Flasche (für ca. 3 ml Blut) verwenden.
  • Bei Raumtemperatur lagern (nie Kühlschrank!!!),
  • Bei Endocarditis-Verdacht unbedingt mehrfache Materialentnahme (mind. 6) zu verschiedenen Zeitpunkten innerhalb eines Tages.
  • Mykobakterien können nicht in diesen Blutkulturen nachgewiesen werden. Hinweis zur Tuberkulosediagnostik bei Verdacht auf Landouzy-Sepsis: 10 mL Citratblut für die kulturelle Anzucht und mindestens 1 mL EDTA Blut für den molekularbiologischen Nachweis (PCR) einsenden.

Aus der Praxis: Die Verwendung von Becton Dickinson (BD) Blutkulturflaschen ermöglicht in Verbindung mit dem neuartigen MALDI-TOF System für die schnelle Erregeridentifizierung einen Direktnachweis von Erregern aus der positiv gemeldeten Blutkultur. Damit liegen relevante Befunde häufig einen Tag schneller vor als mit der traditionellen Mikrobiologie!

Literatur:

Guy PROD’HOM, et al (2010): MALDI-TOF mass spectrometry for direct bacterial identification from positive blood culture pellets. Journal of Clinical Microbiology doi:10.1128/JCM.01780-09

Liquor

Steriles Glasgefäß für Liquorproben 

  • Entnahme streng aseptisch, erst nach Verdunsten des Desinfektionsmittels
  • Sterile Klarglasröhrchen verwenden.
  • Menge lt. MIQ-Standard:5 ml (incl. TB 10-15 ml)
  • Liquor nativ einsenden, für raschen Transport sorgen! Raumtemperatur, Wärmekette nicht unterbrechen!
  • klinisch-chemische Untersuchungen: Liquorportion (wegen evtl. Kontamination) sofort kühlen.

Serum vom gleichen Tag für AK-Indices und oligoklonale Banden einsenden

 

 

Pleurapunktat, Peritonealpunktat, Gelenkpunktat, Aszitespunktat

Li-Heparin-Monovette 

  • Entnahme streng aseptisch
  • Bei Punktat auf bakterielle Infektion evtl. Teil in Blutkultur-Flasche injizieren (z.B. auch bei Verdacht auf Anaerobier)
  • Bei Raumtemperatur lagern

Bei PCR-Untersuchungen können Li-Heparin Monovetten NICHT verwendet werden! Bitte verwenden Sie stattdessen EDTA- oder Citrat-Monovetten.

Respiratorische Sekrete

  •  Nativmaterial einsenden
  • Atypische Erreger und TB (Ausnahmeziffer 32006) konkret anfordern 

Sputumröhrchen 

Gewinnung am besten morgens nach Spülung des Mundraums mit Leitungswasser (außer bei Verdacht auf TB) ggf. Ultraschallver¬nebler mit 3%, steriler Kochsalzlösung zur Provokation einsetzen

Trachealsekret, Bronchiallavage

Aspiration, nativ in sterile Röhrchen

Erstes Aspirat verwerfen

Sterile Gefäße

Gefäß mit Umverpackung

Optimales Gefäß für intraoperativ gewonnenes Gewebe (z.B. Herzklappen)

Stuhl

fecalSwab® ausschließlich für die Stuhlbakteriologie ver­wenden!

Probennahme:

  • beflockten Tupfer aus der Packung entnehmen, Proben­röhrchen öffnen.
  • Tupfer in den Stuhl ein­tauchen bis die be­flockte Spitze vollständig mit Stuhl bedeckt ist.
  • Tupfer in das Proben­röhrchen stecken, Stiel an der Sollbruchstelle brechen.
  • Röhrchen mit Deckel verschließen.

Empfohlen an 3 aufeinander folgenden Tagen

Bei Kassenpatienten die EBM-Ausnahme­ziffern `32006` nicht vergessen

Tesafilm (auf Objektträger!)

Bei Verdacht auf Madenwürmer (En­tero­bius vermi­cularis, Oxy­uris oxy­ura) Anal­klebe­streifen auf Ob­jektträger ein­senden.

Herkömmliche Stuhlröhrchen

Verwenden für:

  • Stuhl auf Parasiten, Wurmeier
  • Calprotectin
  • Elastase
  • M2PK

Urin

Urinröhrchen ohne Stabilisator

Eiweiß im Urin

Abgefüllter Sammelurin auf Katecholamine, HIES, Disk-Elektrophorese, Drogenscreening. Kühl lagern und möglichst schnell transportieren 

 

Chlamydia trachomatis- und Gonokokken-PCR

Mit Borat stabilisiertes Nativurinröhrchen

Wenn kein rascher Transport ins Labor möglich für Urinkulturen (verhindert die Vermehrung von Bakterien, ohne sie abzutöten); für PCR-Untersuchungen NICHT geeignet.

Urinbecher

Bei Verdacht auf Urogenital-Tbc: mind. 20 ml Morgenurin (abends zuvor wenig trinken)

24 h-Sammelbehälter (bitte im Labor anfordern)

klinisch-chemische Untersuchungen, bspw. Dopa­min, Katecholamine, Vanillin­mandelsäure, Homovanillinsäure oder 5-Hydroxyindolessig­säure. 

  • Optimale Sammelperiode ist morgens bis morgens (z.B. 8:00 bis 8:00 Uhr).
  • Sammelzeit beginnt mit der Blasenentleerung (ersten Morgenurin noch verwerfen)
  • Urin während des Sammelns kühl und dunkel lagern!
  • Für bestimmte Untersuchungen z.B. Katecholamine muss der Urin angesäuert werden: 10 ml 10% HCl in Sammelgefäß vorlegen, siehe Angaben bei den entsprechenden Analyten. (Patient auf die Gefährlichkeit des Zusatzes aufmerksam machen!)
  • Aliquot (ca. 10 ml) aus der gut durchmischten Gesamtmenge entnehmen. Die Gesamtsammelmenge unbedingt auf dem Auftragsschein angeben
  • Bitte beachten, dass bestimmte Analysen (z.B. Elektrolyte, Protein) nicht aus angesäuertem Urin durchgeführt werden können.

Versandtaschen

Versandtaschen

Versand über den Fahrdienst oder postalisch (Porto zahlt Empfänger)

Versandtaschen für Notfälle

Versandbehälter für Kühltransport

Versandbehälter können im Labor angefordert werden

Wasserflaschen (Trinkwasser)

Glasflaschen, sterilisiert mit Indikatorstreifen

Probengefäß 7/8 befüllen, Probennahme gemäß Probennahme-SOP bzw. gemäß Probennehmer­schulung

PET-Gefäße (500 ml), Alternative zur Glasflasche

Probengefäß 7/8 befüllen, Probennahme gemäß Probennahme-SOP bzw. gemäß Probennehmer­schulung

Zecken

Zecke möglichst intakt und in einem kleinen Gefäß einschicken.

Bitte nicht mit Tesafilm auf Zellstoff oder Papier/Pappe fixieren!

Nachweis Zeckenübertragener Infektionserreger, v.a. Borrelia burgdorferi sensu lato[1] (vergl. auch allgemeine Hinweise siehe S. 284)

 


[1] Borrelia burgdorferi sensu lato auch Borrelia burgdorferi Komplex, umfasst derzeit mindestens 16 bekannte Genospezies, von denen nicht alle sicher mit dem Auftreten einer Borreliose assoziiert sind. Die PCR unterscheidet nicht zwischen den einzelnen Genospezies!