SARS-CoV-2 Antikörper mittels Euroimmun-Test

 

Im Labor Brunner können Antikörper gegen Coronavirus (SARS-CoV-2-IgG und SARS-CoV-2 IgA) aus Serum angefordert werden. Der von uns verwendete Test (ELISA, Euroimmun) zeichnet sich durch eine hohe Spezifität (Spezifität für IgA ~ 90%, für IgG > 99%) und einer – ab der späten Infektionsphase - hohen Sensitivität aus (Sensitivität IgA 10-20 Tage nach Symptombeginn bei 92%, nach 3 Wochen >99%: Sensitivität IgG 10-20 Tage nach Symptombeginn 75%, nach 3 Wochen 94%). Somit kann er sowohl zur Feststellung einer durchgemachten Infektion als auch – zusätzlich zum Direktnachweis aus respiratorischem Material - für die Akutdiagnostik in der späten Infektionsphase genutzt werden. Nach durchgemachter Infektion gehen Experten zurzeit meist von einer zumindest monatelangen Immunität gegen das Virus aus. Für die Akutdiagnostik in der frühen Infektionsphase (<10 Tage nach Symptombeginn) ist der Test dagegen nicht geeignet.


Material: Serum: 1 ml


Indikation:

  • Zur Frage, ob die Erkrankung bereits durchgemacht wurde und ob wahrscheinlich Immunität vorhanden ist. Hier ist insbesondere die hohe Spezifität (>99%) des IgG-Antikörpertests wichtig. Zu beachten ist hier, dass die Antikörper frühestens 3 Wochen nach Symptombeginn gemessen werden sollten, besser erst nach 6 Wochen.
  • In der späten Infektionsphase zusammen mit der PCR aus respiratorischem Material. Da die PCR aus dem Oropharyngealbereich in der zweiten Woche nach Symptombeginn bereits negativ ausfallen kann, kommt dem Antikörperverfahren hier eine wichtige Bedeutung zu. Hier kann auch ein deutlich erhöhter alleiniger IgA-Titer die Verdachtsdiagnose erhärten.
  • Für epidemiologische Fragestellungen

 

Bewertungshilfe der Ergebnisse:

  • IgG und IgA negativ: Kein Hinweis auf eine akute oder durchgemachte Infektion. Hier ist zu beachten, dass IgA-Antikörper erst mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nach 3 Wochen, IgG-Antikörper erst mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nach 6 Wochen nach Symptombeginn vorhanden sind.
  • IgA grenzwertig oder leicht erhöht (Ratio < 2) und IgG negativ: Der Befund ist am ehesten mit einer unspezifischen Reaktion beim IgA vereinbar und spricht damit in erster Linie NICHT für eine frische oder durchgemachte Infektion. Allerdings ist damit eine frische oder kürzliche und möglicherweise asymptomatische Infektion nicht ausgeschlossen. Bei einer passenden Symptomatik zu Covid19 ist somit eine PCR zum Nachweis von SARS-CoV-2 empfehlenswert.
  • IgA deutlich erhöht (Ratio > 2), IgG negativ: Der Befund spricht am ehesten für eine akute oder kürzliche Infektion mit SARS-CoV-2 (aktuelle Infektion oder Infektion in den letzten Wochen), eine unspezifische Reaktion ist jedoch nicht sicher auszuschließen. IgG Antikörper können zum Teil erst Wochen nach Infektion auftreten und sind möglicherweise auch bei durchgemachter Infektion nicht immer sicher nachweisbar. Insbesondere bei einer passenden Symptomatik zu Covid19 ist somit eine PCR zum Nachweis von SARS-CoV-2 empfehlenswert.
  • IgA positiv und IgG grenzwertig oder positiv: Der Befund spricht am ehesten für eine durchgemachte Infektion, ist jedoch – insbesondere bei aktuell typischer Symptomatik – auch mit einer akuten Infektion gut vereinbar. Bei Verdacht auf eine akute Infektion empfehlen wir eine PCR zum Nachweis von SARS-CoV-2.
  • IgG grenzwertig und IgA negativ: Der Befund ist sowohl mit einer unspezifischen Reaktion vereinbar, als auch mit einer durchgemachten Infektion durch SARS-CoV-2.
  • IgG positiv (Ratio > 2) und IgA negativ/grenzwertig: Der Befund spricht für eine durchgemachter Infektion mit SARS-CoV-2. Nach durchgemachter Infektion gehen Experten zurzeit meist von einer zumindest monatelangen Immunität gegen das Virus aus.
  • IgG positiv (Ratio < 2) und IgA negativ/grenzwertig: Der Befund spricht für eine durchgemachter Infektion mit SARS-CoV-2, eine unspezifische Reaktion ist jedoch nicht sicher auszuschließen.
  • IgG grenzwertig und IgA grenzwertig: Keine Befundaussage möglich, ggf. erneute Untersuchung in 2-3 Wochen empfehlenswert.