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Das Basisprofil Darm

Das Basisprofil Darm kombiniert zwei komplementäre Ebenen. Erstens werden bakterielle Marker erfasst, die die Zusammensetzung zentraler Darmbakteriengruppen abbilden und nach biologischer Rolle, Stoffwechselfunktionen, Barrierebezug und entzündungsassoziierten Mustern geordnet sind. Zweitens werden ausgewählte funktionelle Stuhlparameter bestimmt, die die klinische Relevanz eines Mikrobiommusters einordnen und mögliche Treiber sichtbar machen.

Verdauungsrückstände und  Wassergehalt liefern Hinweise auf Maldigestion, Malabsorption und Transitveränderungen und erklären, welches Substratangebot im Kolon tatsächlich vorliegt.

Marker der Schleimhautabwehr und Barriere wie sekretorisches IgA  und  Alpha-1-Antitrypsin unterstützen die Beurteilung von Antigenstress, lokaler Immunaktivität und Barrierebelastung.

Calprotectin dient als etablierter Marker entzündlicher Schleimhautaktivität und hilft, funktionelle Beschwerden von entzündlich relevanten Konstellationen abzugrenzen.

Gallensäuren und  Pankreaselastase ergänzen die Diagnostik um häufig übersehene Ursachen diarrhöbetonter Beschwerden sowie von Fett- und Eiweißmaldigestion, die das Mikrobiom sekundär deutlich verändern können.

Der Vorteil dieser Kombination liegt darin, dass es erkennbar ist, warum ein Muster entsteht und wie es klinisch zu gewichten ist. Ein auffälliges Mikrobiomprofil kann Folge einer beschleunigten Passage, einer Gallensäurestörung oder einer eingeschränkten Verdauungsleistung sein und ist dann anders zu interpretieren als eine primär entzündungsbedingte Dysbiose. Dadurch lassen sich Befunde konsistenter einordnen und therapeutische Schritte gezielter priorisieren, mit Fokus auf Ballaststofffermentation und kurzkettige Fettsäuren, Stabilisierung der Barriere oder Abklärung entzündlicher Ursachen.

Die Untersuchung des Mikrobioms erfolgt standardisiert mittels einer molekularbiologischen, DNA-basierten Methode (GA-map® Dysbiosis Test Lx). Das Verfahren nutzt Nukleotidunterschiede im bakteriellen 16S-rRNA-Gen, um ein definiertes Panel spezifischer Bakterienmarker zu erfassen. Der GA-map® Dysbiosis Test Lx ist das erste IVD-CE-zertifizierte Verfahren, das Mikrobiota-Profile und den Dysbiose-Status bei Patienten mit Reizdarmsyndrom und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen liefert. Die IVD-CE-Zertifizierung bedeutet, dass das Verfahren die europäischen Anforderungen an In-vitro-Diagnostika erfüllt: Es wurde nach definierten Standards für Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Reproduzierbarkeit validiert und ist damit als diagnostisches Medizinprodukt zugelassen – im Unterschied zu rein wissenschaftlichen oder nicht regulierten Microbiom-Analysen. Dies ermöglicht eine qualitätsgesicherte, vergleichbare Auswertung nach einheitlichen Kriterien, auch über Verlaufskontrollen hinweg.

Optional können indikationsbezogen zusätzliche Parameter wie Histamin, Zonulin sowie GABA  und Tryptophan ergänzt werden, wenn das klinische Bild oder das Basisprofil Hinweise auf eine histaminassoziierte Symptomatik, eine Störung der Darmbarriere oder eine Beteiligung der Darm-Hirn-Achse liefert.